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Die Philosophie von ityco

Verstehen ermöglichen!

Eine Initialzündung für Bildung

Ein Faktor für den Ausgang des Mittelalters und den Beginn der Neuzeit ist die Erfindung des europäischen Buchdrucks durch Johannes Gutenberg. Daraus resultierte eine wesentlich schnellere Verbreitung von Informationen. Natürlich gab es bis dahin auch schon gedruckte Bücher, jedoch hatte diese Errungenschaft etwas Grundlegendes, ganz und gar Fundamentales verändert. Durch den Buchdruck mit beweglichen Buchstaben (Lettern) ist die Herstellung von Büchern deutlich einfacher und günstiger geworden. Die Idee: Eine Druckseite aus einzelnen Buchstaben zusammen zu setzen und nicht mehr eine Druckseite in einem Stück herzustellen! Eine frühe Form von Digitalisierung; Informationen werden in kleinste Einheiten zerlegt, um diese danach wieder in beliebigen Kombinationen zusammensetzen zu können. Das war entscheidend! Diese Methode schaffte Flexibilität beim Bedrucken von Papier. Fortan war es wesentlich einfacher, Informationen, Geschichten und Nachrichten in schriftlicher Form weiterzugeben. Die Verfügbarkeit von Wissen wuchs rapide an. Ein nicht mehr aufzuhaltender Prozess war in Gang gesetzt worden. Immer mehr Menschen hatten von nun an eine Chance auf Bildung und hielten damit auch gleichzeitig den Schlüssel zu ihrer beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung in Händen. Das Tor zur individuellen Selbstbestimmung war aufgestoßen.

 

Wo wären wir heute, wenn z. B. Robert Koch nie Lesen und Schreiben gelernt und dadurch auch kein Medizinstudium absolviert hätte? Und das, weil Bildung aus Kostengründen Adligen, Wohlhabenden und einigen wenigen Berufsgruppen vorbehalten geblieben wäre? Koch hätte die krankheitserregende Wirkung, die ein Mikroorganismus haben kann nie herausgefunden und Krankheiten wie der Tuberkulose, wären noch weit mehr Menschen zum Opfer gefallen. Vielleicht hätte jemand anderes diese Entdeckung auch ohne Gutenbergs Vorarbeit irgendwann gemacht, aber sicher erst sehr viel später. Wie viele Beispiele mehr oder weniger bekannter Personen könnte man hierzu aufführen? Tausende, Hunderttausende oder Millionen? Die Zahl lässt sich nicht schätzen. Eines ist sicher: Die Menschheit hat von dieser Entwicklung profitiert.

 

Grund genug, dankbar für das Wissen zu sein, was Generationen vor uns erarbeitet, zusammengetragen und gepflegt haben. Ohne diese Leistungen wäre unser heutiges Leben in dieser Form nicht denkbar. Unsere ganze Art des Daseins baut darauf auf.

Bildung - das Fundament unserer heutigen Zivilisation

Lesen, Schreiben, handwerkliche Techniken, medizinische Entdeckungen, Kenntnisse der Physik, mathematische Grundlagen, Kommunikation, Verstehen von biologischen Zusammenhängen, politische und gesellschaftliche Errungenschaften und vieles mehr prägen unseren heutigen Alltag, machen ihn sicherer und komfortabler. Beim Einkaufen, im Verkehr, bei der Arbeit, im Privatleben, im Falle von Krankheit oder Unfall, in zwischenmenschlichen Beziehungen. Allem liegt immer eines zugrunde: Unser Wissen, unsere Erfahrung, unsere Bildung.

 

Vergleicht man die heutigen Möglichkeiten mit denen vergangener Jahre und Jahrhunderte, sind die Unterschiede überwältigend - Fortschritt. Doch bringt uns jeder Schritt auch wirklich weiter? Sicher ist nicht alles, was als Fortschritt bezeichnet wird, auch sofort besser als das Dagewesene. Oft kann ein wissenschaftlicher Fortschritt menschlich gesehen ein Rückschritt sein, wie z. B. der Bau von Massen­vernichtungs­waffen.

 

Die im Einzelfall oft schwierige Bewertung einer Neuerung hängt aber auch maßgeblich vom betrachteten Zeitraum ab. Der mögliche Nutzen oder Schaden einer Veränderung lässt sich besser erkennen, wenn man bereit ist Geduld zu haben und längere Zeiträume betrachtet. Z. B. war in den ersten Jahren nach der Entdeckung der Elektrizität den Menschen die Bedeutung dieser Kraft sicher längst nicht so deutlich wie heute.

 

Die Weiterentwicklung hat vielen Regionen der Welt - leider noch nicht allen - Frieden, Freiheit und Wohlstand gebracht, weil die Lebensgrundlagen stabiler geworden sind. Die vermeintliche Notwendigkeit, das Überleben auch kriegerisch durchzusetzen, gibt es hier nicht mehr.

 

Wohin jedoch führt der Weg immer größerer Möglichkeiten? Was sollte das Ziel einer Zivilisation hoher existenzieller Absicherung sein? Mehr Frieden, mehr Freiheit und mehr Wohlstand? Ja, aber gerecht verteilt! Gerechtigkeit ist das, was der Mensch einfordert, ein Anspruch unseres Herzens und Verstandes. Nur selten ist sie ein Produkt der Natur und bedarf daher unserer Anstrengung. Ideale Wachstumsbedingungen sind ein Umfeld möglichst vieler Gleichgesinnter, mit ihrem Geist und ihrer Stimme wehrhafter Menschen, die sich für die Rechte anderer in gleichem Maß einsetzen, wie für die eigenen. Und solange nur ein Mensch keine Teilhabe an Demokratie, Frieden und Wohlstand erfährt, kann dieser Weg nicht zu Ende sein.

 

Will man diese Werte fördern, muss man als deren Grundlage unweigerlich Bildung fördern. Denn sie macht den Menschen meinungs-, urteils- und handlungsfähig. Diese Unabhängigkeit erst versetzt ihn in die Lage, sein Leben selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu gestalten.

Bildungszugang vereinfachen

Aber Bildung kostet viel Geld. Auch hierzulande kann sich längst nicht jeder Mensch zu dem privilegierten Kreis derer zählen, die sich einen umfangreichen und kontinuierlichen Zugang zum Wissen leisten können. Materielle Faktoren sind aber nicht die einzigen, die über Bildungschancen entscheiden. Auch persönliche Gründe wie Krankheit, Behinderung, fehlender privater Rückhalt, Erziehung, traumatische Erlebnisse oder Zeitmangel können die Weiterentwicklung eines Menschen behindern. In den Ländern der Zweiten und Dritten Welt wird die Situation außerdem durch schwach ausgebildete oder ganz fehlende Infrastrukturen erschwert.

 

Insgesamt ist Bildung in den letzten Jahren leichter verfügbar geworden. Die Angebote der Wissensvermittlung in unserer modernen und zunehmend globalisierten Welt haben sich geändert. Nunmehr stehen nicht mehr allein die klassischen Bildungsträger wie Lehrveranstaltungen, Bücher, Fernsehen und Radio an erster Stelle der Informationsschöpfung. Sie werden durch die Vielfalt und Größe des Internets mehr und mehr ergänzt und immer häufiger auch ersetzt. Die Möglichkeiten, über Suchmaschinen einen großen Datenbestand auf wichtige Informationen hin zu durchforsten, haben sich als effektive und leistungsstarke Methoden der Informationsgewinnung erwiesen. Unerlässlich wird deshalb zunehmend der sichere Umgang mit diesen neuen Informationstechniken.

 

Die Errungenschaften des Internets beschränken sich aber nicht alleine auf das statische Auffinden von Daten. Durch z. B. Diskussionsforen, Wikis oder Weblogs, gibt es im Netz keine strikte Trennung zwischen Autoren und Lesern, ganz im Gegensatz zu den traditionellen Printmedien. Das Internet ist schon seit der ersten Stunde ein hochdynamisches Mit-Mach-Netz. Eine frühe Grundidee lautet: „In cyperspace everyone is an author“ (Zitat: Benjamin Whooley). In kurzer Zeit kann jeder, der über einen Internetanschluss verfügt und sich mit einigen Grundtechniken vertraut macht, weltweit abrufbare Inhalte ohne große Kosten publizieren. Eine noch nicht annähernd ausgeschöpfte Kraft zur Stärkung von Bildung und Demokratie! Menschen können durch eine Vielzahl vernetzend wirkender Techniken gemeinsam produktive Arbeit leisten und Inhalte wie z. B. Texte, Videos oder Bilder erzeugen und austauschen. So können z. B. auch freie Schulungsunterlagen entstehen, die einen kostenlosen und einfacheren Bildungszugang für alle Menschen sichern. Bringen viele Personen ihre Ideen, Erfahrungen und Tatkraft strukturiert zusammen, kann eine Wissensquelle von maximaler Vielfalt, außergewöhnlicher Flexibilität und höchster Qualität entstehen. So ist es z. B. für eine Entwicklergemeinschaft im Internet ein vergleichsweise kleiner Aufwand, ein Lehrmittel in eine andere Sprache zu übersetzen und zu veröffentlichen. Eine optimierte Variante für Menschen mit z. B. einer Sehbehinderung zu erstellen, stellt auch keinen großen Mehraufwand dar. Die Schriftgröße und die Auflösung der Grafiken müsste erhöht werden. Anschließend könnte die Unterlage zum Herunterladen angeboten werden. Ein klassisches Verlagshaus könnte so etwas kaum leisten. Wie auch? Wirtschaftlich orientierte Unternehmen müssen sich, um ihr Überleben zu sichern, auf Produkte konzentrieren, die einen Gewinn versprechen. Nischenthemen mit kleinen Druckauflagen oder für Minderheiten mit besonderen Lernanforderungen können von diesen Unternehmen nicht in gleichem Maße berücksichtigt werden wie die Hauptkundschaft. Hat ein Interessent gleich mehrere spezielle Anforderungen an ein Lehrmittel, kann man fast sicher sein, dass eine solche Schulungsunterlage nicht als Printmedium, CD oder DVD erhältlich ist. Durch die einfache Entwicklung und Verbreitung im Internet hingegen, ist eine Vielzahl von Werken verschiedenster Arten möglich, die den Bedürfnissen aller Menschen nachkommen.

Unterstützung für Selbstlerner

Das Selbstlernen stellt in einer Zeit dynamischer Berufswelten und globaler Märkte neben der institutionalisierten Aus- und Weiterbildung in Schulen, Universitäten und Weiterbildungsorganisationen einen immer bedeutsameren Faktor dar. Neue Forschungsergebnisse, handwerkliche Methoden, technische Innovationen und internationale Handelsbeziehungen versprechen Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze. Die Voraussetzung dafür ist aber, dass Menschen die erforderlichen Fähigkeiten auch mit vertretbarem zeitlichem und finanziellem Aufwand erlernen können. Im privaten Bereich ist der Anspruch, den viele an sich selbst stellen, ähnlich hoch. Das persönliche Engagement zu Lernen erstreckt sich über eine Vielzahl von Hobbys und Interessen jeglicher Art. Anzahl, Umfang und Flexibilität der angebotenen Weiterbildungs­veranstaltungen sind aber nicht im gleichen Maße mitgewachsen, wie die beruflichen und privaten Anforderungen gestiegen sind. Für viele Menschen sind sie oft auch einfach nicht zu bezahlen. Die Autodidaktik kann diese Lücke zum Teil schließen. Sie nimmt einen immer größer werdenden Stellenwert beim Erwerben notweniger Kenntnisse und Fähigkeiten ein. Jedoch ist der Erfolg des Selbstlernens eng gekoppelt an die Verfügbarkeit entsprechend hochwertiger und vielfältiger Schulungsunterlagen, die das Wissen zum Lernenden transportieren - am besten kostenlos.

 

Das Internet bietet hier schon heute eine unvorstellbar große Datenmenge. Fast jede Information lässt sich in dieser neuen Welt finden. Die Masse schafft aber auch neue Probleme. Sie setzt voraus, dass der Anwender über einen Computer verfügt und diesen sicher zu bedienen in der Lage ist. Letztlich benötigt man auch genügend Zeit, um die notwendige Recherche vorzunehmen. Aber alleine schon die Vielzahl verschiedener Quellen stellt einen großen Teil der Gesellschaft vor eine fast unüberwindbare Hürde, weil die Kompetenzen, diese Angebote zu finden, einzuschätzen, aufzurufen und zu nutzen, nicht entsprechend ausgeprägt sind. Dies sind zu hohe Anforderungen, möchte man gleiche Bildungschancen für alle Menschen. Es besteht daher Bedarf an einer kostenlosen und hochwertigen Quelle, die gleichermaßen einfach in der Handhabung ist und Schulungsunterlagen für jedes Thema und jeden Einsatzzweck bereitstellt. Sei es für das Lernen in Institutionen oder alleine. Ohne die Relevanz von Qualität oder didaktischer Vielfalt schmälern zu wollen, ist daher die Bedeutung aller Maßnahmen zu betonen, die zu einer Vereinfachung in der Nutzung, dem Zugang und der Verständlichkeit führen. Für den Bildungserfolg der Schwächeren ist dieses Kriterium entscheidend, für jeden anderen ein Gewinn an Zeit und Komfort.

Unterstützung für Lehrkräfte

Auch die täglichen Arbeitsbedingungen von Lehrern, Trainern, Dozenten und allen, die Wissen vermitteln, haben sich gravierend verändert. Schule soll heute neben der Kernaufgabe Bildung auch vermehrt Integration leisten und nicht selten einen immer größer werdenden Teil der elterlichen Erziehung übernehmen. Sicher ist diese Mammutaufgabe nur dann zu bewältigen, wenn den Menschen, die an einer so wichtigen Schaltstelle unserer Gesellschaft Verantwortung tragen, auch die entsprechende Unter­stützung zuteil wird. Sie benötigen eine Reihe unabdingbarer Ressourcen, soll die Qualität der Arbeit nicht leiden. Neben einer guten Ausstattung, Aus- und Weiterbildungs­möglichkeiten, leistungsstarken Kommunikations­strukturen, gesellschaftlichem Rückhalt, bedarf es einer Vielzahl hochwertiger Lehrmittel. Sie geben den Lehrkräften die nötige Flexibilität, um die Vielschichtigkeit ihrer Aufgabe zu bewältigen. Dazu gehört auch die immer häufiger geforderte Binnendifferenzierung, also die Unterscheidung Lernender nach ihren individuellen Bedürfnissen innerhalb einer Klasse.

Binnendifferenzierung

Der wohlwollende Umgang mit jedem Einzelnen nach seinen persönlichen Fähigkeiten, Begabungen, die Beachtung von Stärken und Schwächen ist die Herausforderung eines gerechten Bildungssystems und einer gerechten Gesellschaft. Das Grundprinzip der Unterscheidung sollte aber nicht nur in den Grund- und Weiterführenden Schulen stärkere Anwendung finden. In der Erwachsenenbildung sind die Vorkenntnisse und Voraussetzungen der Menschen, die zusammen in einer Gruppe lernen, oft noch stärker ausgeprägt. Auch hier führt ein achtsamer Umgang mit der immer vorhandenen Heterogenität einer Gruppe, zu mehr Lernerfolgen jedes Einzelnen und damit auch zu mehr Spaß bei der Weiterbildung.

Vielfalt durch freie Schulungsunterlagen

Der freie Umgang mit Schulungsunterlagen lässt es zu, ein Dokument in einzelne Informationen wie Sätze, Tabellen oder Grafiken zu zerlegen und diese als alleinstehende Einheiten zu behandeln, um sie in beliebiger Form immer wieder neu zusammenzusetzen. Die alte Grundidee des Gutenberg'schen Buchdrucks, Zerlegung einer Druckplatte in einzelne Buchstaben. Jede Person kann Teile aus vorhandenen Dokumenten entnehmen, beliebig zusammensetzen, Eigenes hinzufügen, weiterbearbeiten und auf dieser Basis neue Werke schaffen. Durch diese Freiheit ist es Autoren möglich, mit deutlich weniger Aufwand hochwertige Materialien neu zu erstellen oder bestehende zu verbessern. Erst diese Freiheit schafft das Maß an Flexibilität bei der Erstellung von Schulungsunterlagen, das heute für die Bedienung unterschiedlichster Lernbedürfnisse in den verschiedensten Lebenssituationen und damit für Bildungsgerechtigkeit benötigt wird.

 

Einen zentralen Aspekt bei dieser Art der vernetzten Entwicklung, stellt der Verzicht der teilnehmenden Autoren auf Ihre Copyrights dar. Durch die daraus resultierende Flexibilität, können die Inhalte der Schulungsunterlagen in anderen Unterlagen vollständig oder auszugsweise wieder eingebracht werden.

Ein Beispiel: Es ist Freitagnachmittag. Hochschullehrerin Petra R. aus Erfurt schreibt eine Anleitung für eine Excel-Aufbaustufe. Informatikdozent Volker M. arbeitet zur gleichen Zeit in Hannover ebenso an einer inhaltlich ähnlichen Unterlage für Excel.

 

Eine Bündelung der investierten Entwicklungsressourcen hätte den Zeitaufwand jedes Einzelnen verringert und eine gegenseitige Prüfung auch zu einer höheren Qualität geführt. Beim Einsatz eines insgesamt vergleichbaren Arbeitseinsatzes wäre das Endresultat inhaltlich wahrscheinlich umfangreicher ausgefallen, da die einzelnen Beiträge nicht losgelöst voneinander, sondern aufeinander aufbauend entstanden wären. Durch die gemeinschaftliche Entwicklung mehrerer Autoren können somit thematische Parallelentwicklungen reduziert und Zeit eingespart werden, die dann wiederum andere Projekte eingesetzt werden kann.

Bildung, Demokratie, Frieden und Wohlstand

Durch ihre ausgleichende Wirkung und gemäßigte Grundposition, sind Demokratien international meist verlässliche und friedliebende Partner. Weiterentwicklung und Wohlstand suchen sie nicht durch kriegerische Eroberungen oder Unterdrückung, sondern durch gesellschaftliche, wirtschaftliche und wissenschaftliche Kooperationen. Neben der Gewaltenteilung, einer freien Presse und Marktwirtschaft ist die Bildung ihrer Bürger eine tragende Säule der Demokratie. Sie kann Menschen gegen Meinungsmache, Manipulationen oder politischen Extremismus immunisieren, denn es versetzt sie in die Lage, sich durch Informationen eine eigene Meinung zu bilden und Entscheidungen unabhängig zu treffen. Eben mündige Bürger zu werden. Daher führt Bildung automatisch zu mehr Selbstbestimmung - und durch das Leben in sozialen Gruppen auch zu Mitbestimmung. Bringen viele Menschen diese Bildungs­voraus­setzungen mit, ist die Demokratie als Regierungsform schon fast eine logische Konsequenz, denn der kluge Mensch weiß um seine Fehlbarkeit und die der Anderen. Es bedarf eines korrigierenden Entscheidungssystems, welches die Schwächen jedes Einzelnen nicht zu stark zum Tragen kommen lässt - die Demokratie. Sie ist die Staatsform der Mitbestimmung aller und bringt deshalb als Resultat von Regierungsarbeit häufig Kompromisse hervor. Die Gefahr, dass sich Gruppierungen mit extremen oder fanatischen Zielen durchsetzen, ist unwahrscheinlich. Bei einer rückläufigen Bildung und einer weniger differenzierten Meinungsbildung in der Bevölkerung ist eine überrepräsentative Einflussnahme von Minderheiten nicht auszuschließen, vielleicht schon wahrscheinlich. Daher hat die Demokratie ein vitales Eigeninteresse an der Bildung ihrer Bürger. Das heißt jeder Einzelne sollte ein Interesse an seiner persönlichen Bildung und der seiner Mitmenschen haben. Schließlich sind die Lebensbedingungen der überwältigenden Mehrheit nachweislich unter keiner anderen Regierungsform jemals besser gewesen!

 

 

„Doch führt Bildung wirklich automatisch zu Selbstbestimmung und daher zu Demokratie, Frieden und Wohlstand. Handelt es sich dabei tatsächlich um eine logische Kette? Ich meine ja! Wenn mit der Sachbildung auch die des Herzens gleichberechtigt Beachtung erfährt. Unser Wissen und unsere Erfahrungen ermöglichen es uns, uns selbst zu verstehen. Eröffnen uns die Fähigkeit in unser Innerstes zu schauen. Unsere Fehler und Verhaltensmuster zu erkennen. Liebe gibt uns die Kraft dazu. Oft dauert es sehr lange und der Weg ist nicht selten steinig. Aber haben wir eines unserer eigenen Funktionsprinzipien erst einmal verstanden, wird diese Erkenntnis in unser Denk- und Verhaltensspektrum aufgenommen. Denn Erlerntes können wir nicht ignorieren. Es begleitet und prägt uns unausweichlich, ist der Schlüssel zu unserer Weiterentwicklung.“

 

Peter Kynast

 

 

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